• +44 40 8873432
  • info@maniva.com

Ernährungstipps

8 Jul

Das solltest du über Schwermetalle in Lebensmitteln wissen!

by Nadine Woisin |Jul 8, 2020 |0 Comments | Ernährungstipps

Schwermetalle kommen natürlich im Erdboden, Wasser und in Pflanzen vor. Immer öfter ist jedoch von der Gefahr in Lebensmitteln die Rede.[1]

Erfahre hier, was Schwermetalle sind, wo sie vorkommen und wann sie gefährlich werden.
Du erhältst praktische Tipps wie du ihnen bestmöglich aus dem Weg gehst.

 

Was sind Schwermetalle?

Schwermetalle ist die Bezeichnung für Metalle, die eine Dichte von über 4,5 g/cm3 aufweisen. Dazu gehören u.a. Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Quecksilber, Selen, Silber, Titan, Antimon, Zink und Zinn.

Die Einteilung bestimmter Metalle als „Schwermetalle“ ist aus toxikologischer Sicht willkürlich, weil die Masse der Elemente kaum Bedeutung hat bzw. die Masse wenig über ihre Giftigkeit verrät.

Einige Schwermetalle sind für uns teilweise lebensnotwendig. Der Körper benötigt z.B. Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän und Zink in Spuren. Als Bestandteile von Proteinen, kommt ihnen eine wichtige Bedeutung zu, so z.B. in Enzymen oder dem Sauerstoff transportierenden Bluteiweiß Hämoglobin (z.B. Eisen).[2]
Andere Schwermetalle sind bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich oder giftig wie z.B. Cadmium, Blei und Quecksilber.[3]

 

Vorkommen und mögliche Gefahren
Cadmium

Cadmium wird aus dem Boden durch die Pflanze aufgenommen und gelangt so in unsere Nahrungskette. In den Boden gelangt es überwiegend durch die Ablagerung von cadmiumhaltigen Partikeln aus der Industrie, Metallverhüttung und Müllverbrennung, der Verbrennung fossiler Energieträger, sowie durch das Aufbringen cadmiumhaltiger Düngemittel und Klärschlamm.[4]

Es ist in den meisten Lebensmitteln in geringen Mengen enthalten. Kakao, Getreide, Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Fleisch und Fisch leisten den größten Beitrag, da sie in großen Mengen konsumiert werden. Auch das Rauchen von Tabak kann zu einer erhöhten Belastung beitragen.

Die höchsten Cadmiumwerte finden sich in Innereien (Nieren und Leber) von Säugetieren, sowie in (Jacobs-)Muscheln, Austern und Krebstieren. Auch Wildpilze und Reis können hohe Gehalte aufweisen, wenn sie aus Cadmium-reichen Böden stammen. Sie tragen meist geringfügig zur Gesamtaufnahme von Cadmium bei, da sie in geringen Mengen verzehrt werden.[5,6]

Cadmium wird relativ langsam vom Körper absorbiert. Einmal aufgenommen, wird es jedoch nur langsam ausgeschieden und sammelt sich in der Niere an. Bis zu
30 Jahren kann Cadmium im Körper verbleiben. Wer einen Eisenmangel hat, nimmt vermehrt Cadmium auf.[5]

Cadmium ist in erster Linie nierentoxisch und kann zu Nierenversagen führen. Es kann auch eine Demineralisierung der Knochen verursachen. Es ist als Karzinogen eingestuft mit erhöhtem Krebsrisiko für Lunge, Gebärmutter, Blase und Brust.

Die durchschnittliche Nahrungsaufnahme von Erwachsenen in Europa liegt laut Europäischer Kommission nahe oder leicht über der tolerierbaren Aufnahme.

Vegetarier, Kinder, Raucher und Menschen in stark kontaminierten Gebieten die
Aufnahme um etwa das Zweifache.[7]

Besonders hoch sind die Cadmiumgehalte in den Böden Lateinamerikas – Herkunftsort vieler Edel-Kakaosorten, im Unterschied zu Westafrika zum Beispiel. Kakao gehört nicht zu den Lebensmitteln mit der höchsten Belastung. Dennoch gilt, je höher der Gehalt an Kakao, desto höher der Cadmiumgehalt.[8]

Diverse geltende Höchstgehalte sollen die Cadmiumexposition in Lebensmitteln verringern. Seit 1.1.2019 gelten europaweit Cadmium-Höchstgehalte für Kakao- und Schokoladen-Erzeugnisse.[9]

 

Blei

Blei gelangt primär über Pflanzen und Wasser in unsere Lebensmittel. Der Eintrag in den Boden und das Grundwasser erfolgt überwiegend durch Verbrennungsrückstände und die Verhüttung von Erzen. Die Verbrennung von bleihaltigem Benzin (bis 1988) und anderen fossilen Brennstoffe, sowie Klärschlämme, Pestizide und Dünger haben unsere Böden mit Blei belastet.[10] Herstellungsprozesse, bleihaltige Rohrleitungen oder auslaugendes Blei aus Essgeschirr (Töpferwaren) sind weitere Quellen möglicher Bleiaufnahme.[11]

Getreideprodukte, Gemüse, besonders Blattgemüse und Kartoffeln, sowie Leitungswasser tragen in Europa zur Bleiaufnahme bei.[12]  Wildfleisch gehört laut Bundesinstitut für Risikobewertung zu den am höchsten belasteten Lebensmitteln.[13]

Blei wird über den Magen-Darmtrakt aufgenommen und mit dem Blut in zahlreiche Organe z.B. Nervensystem, Nieren und Leber transportiert. Es wird nur langsam ausgeschieden und reichert sich bei fortlaufender Aufnahme im Körper an, besonders in den Knochen. Mögliche Folgen sind die Schädigung des sich entwickelnden Nervensystems, der Nieren und des Herz-Kreislaufsystems. Es gibt zudem Hinweise auf eine krebserregende Wirkung. Besonders gefährdet sind Föten, Säuglinge und Kinder. Blei passiert leicht die Plazentaschranke und die Aufnahme aus dem Magen-Darmtrakt ist bei Kindern fünfmal höher als bei Erwachsenen.

Ausgehend von neueren Studienergebnissen zur Giftigkeit von Blei wurde von der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit der Wert zur tolerierbaren Aufnahme von Blei aufgehoben.[14]

 

Quecksilber

Quecksilber ist ein hochtoxisches Element, das in der Erdkruste und unserer Atemluft vorkommt, vor allem als Verbrennungsrückstand fossiler Brennstoffe, insbesondere aus Kohlekraftwerken. Durch Ablagerungen im Boden und Wasser gelangt es in unsere Nahrungskette und somit in Trinkwasser und Lebensmittel.[15] Anorganisches Quecksilber kann in allen Lebensmitteln vorkommen: in Fisch und Meeresfrüchten, pflanzlichen Erzeugnissen und tierischen Produkten.

Das noch viel schädlichere organische Methylquecksilber kommt in  Mikroorganismen im Wasser vor, von denen sich bestimmte Fische ernähren. Höchste Konzentrationen enthalten lang lebende größere Raubfische und Schalentiere – insbesondere Thunfisch, Hai, Schwertfisch, Kabeljau, Hecht und Seehecht.[16,17]

Gesundheitsschädliche Wirkungen sind die Schädigung des Zentralnervensystems und der Niere. Das organische Methylquecksilber gefährdet vor allem Kleinkinder und ungeborene Babys. Es kann die Plazentaschranke überwinden und eine Reihe von neurologischen Störungen mit sich bringen, von Lernstörungen bis hin zu Hirnschäden.[5]

 

Arsen

Arsen kommt natürlich in der Umwelt vor und kann über Boden, Wasser oder Luft in die Lebensmittel gelangen. Der Arsengehalt variiert je nach Gebiet. Vulkanausbrüche, Bergbau, Fracking, Kohlekraftwerke, mit Arsen behandeltes Holz und arsenhaltige Pestizide tragen zu erhöhtem Arsengehalt bei.

Die gesundheitlichen Auswirkungen hängen davon ab, ob es organisches oder anorganisches Arsen handelt, die Höhe der Exposition und dem Alter der Person. Anorganisches Arsen ist anders als bei Quecksilber signifikant toxischer als organisches.

Arsen ist als krebserzeugend eingestuft und kann bei anhaltender Exposition Haut-, Gefäß- und Nervensystemstörungen auslösen.[18]

Über 90% der Arsenexposition kommt durch Fisch und Meeresfrüchte zustande. Besonders hohe Gehalte sind im weißen Fleisch der Krabben zu finden. Der Großteil liegt hier als weniger toxisches organisches Arsen vor.[5] Getreideprodukte, besonders Weizenbrot und -brötchen, Reis, Milch und Milchprodukte (vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern), sowie Trinkwasser tragen zur Arsenaufnahme bei.[19]

 

Weitere Übeltäter – Zinn, Chrom, Nickel und Antimon

Zinn kann sich bei schadhafter oder fehlender Beschichtung aus Konservendosen herauslösen und in Lebensmittel übergehen. Besonders saure Lebensmittel wie z.B. Tomaten begünstigen dieses Herauslösen. Die gute Nachricht: Zinn wird schlecht aus dem Magen-Darm-Trakt im Körper aufgenommen und zu 98% über den Stuhl ausgeschieden. Bei hoher Aufnahme kommt es gegebenenfalls zu lokalen Unverträglichkeitssymptomen in Magen oder Darm. Zum Schutz des Verbrauchers gelten Zinn-Höchstgehalte für Konserven. Unklar bleibt jedoch, wie viel Zinn ohne Risiko aufgenommen werden kann.[20]

Chrom kommt in vielen Lebensmitteln natürlich vor: Milch, Früchte z.B. Erdbeeren, Gemüse z.B. Tomaten, Schokolade, Honig, Fleisch, Fette, Öle, Getreideprodukte, Fisch, Hülsenfrüchte und Gewürze, sowie Trinkwasser. Tägliche Aufnahmemengen sind gering, zumeist als dreiwertiges Chrom und ohne zu erwartende Gesundheitsrisiken. Es gelangt über Industrieabwässer der Metallverarbeitung in die Umwelt. Es gibt aber auch kanzerogen eingestufte Chromverbindungen wie z.B. sechswertiges Chromat, dass z.B. im Trinkwasser vorkommen kann. Quellen der Verunreinigung sind neben der Lederverarbeitung, Emissionen von Müllverbrennungsanlagen und Deponien. Die Trinkwasserverordnung benennt zulässige Höchstgehalte.[21]

Nickel kommt in größeren Mengen in Kaffee, Kakao, schwarzem Tee, Muscheln, Vollkorn, Nüssen und Hülsenfrüchten vor. Werden größere Mengen aufgenommen, können sich Symptome einer Nickelallergie verschlimmern.[22]

Antimon ist ein arsenähnliches Metalloid mit Verdacht auf krebserzeugende Eigenschaften. Es wird als Katalysator bei der Herstellung von PET (Polyethylenterephthalat) verwendet. Die Schweizer Food Packaging Forum Foundation verweist auf eine 2017 durchgeführte Studie, in der Antimonkonzentrationen in Kunststoffschalen für Gemüse, Süßwaren, Fisch und Fertiggerichten, sowie Strohhalmen und Einweggetränkeflaschen nachgewiesen wurden. Antimon begünstigt das Austreten von PET in Lebensmittel besonders bei höheren Temperaturen (z.B. Sonneneinstrahlung auf PET-Getränkeflaschen) und einem höheren Säuregehalt, z.B. bei Säften und Limonaden.[23]

 

Schon gewusst? Schwermetalle und Nahrungsergänzungsmittel

Giftige Schwermetalle wie z.B. Quecksilber, Blei oder Arsen können auch in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein. Produkte aus Mineralerden z.B. Kieselerde, Ölsaaten, Meeresalgen sowie ayurvedische Produkte können hohe Gehalte an Schwermetallen aufweisen. Für einige Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln gelten seit 2009 in der EU Höchstgehalte.[24]

 

So kannst du dich vor Schwermetallen schützen

Du weißt jetzt, dass Schwermetalle in vielen Lebensmitteln, unserem Trinkwasser oder auch der Luft vorkommen können und wir eine Aufnahme nicht gänzlich verhindern können.

Der beste Weg dich vor Schwermetallen zu schützen ist so wenig wie möglich aufzunehmen. Zusätzlich können wir unserem Körper helfen bereits aufgenommene Schwermetalle bestmöglich wieder auszuscheiden. Wie das geht, erfährst du jetzt.

 

Praktische Tipps für deinen Alltag

  • Ernähre dich abwechslungsreich und sehr nährstoffreich – so minimierst du die Aufnahme stark belasteter Lebensmittel
  • Bevorzuge Bio- und saisonale Produkte, sie sind in der Regel weniger belastet, da u.a. weniger Pflanzen-schutzmittel verwendet werden
  • Obst und Gemüse gründlich waschen (Näheres dazu in diesem Blog-Beitrag)
  • Reinige dein Trinkwasser mithilfe eines hochwertigen Kohleblockfilters
  • Reduziere deinen Fischkonsum auf ein Minimum, d.h. höchstens 1 x pro Woche oder besser nur 1 x pro Vierzehntage und vermeide lang lebende Raubfische wie Thunfisch, Seeteufel, Kabeljau, Seehecht, Schwertfisch, Steinbeißer, Hecht, Steinbutt und Hai
  • Beschränke den Verzehr von Lebensmitteln aus Konserven auf Ausnahmen
  • Innereien (besonders von wildlebenden Tieren) und Wildpilze nur gelegentlich verzehren
  • Sonnenblumenkerne und Leinsamen nicht im Übermaß verzehren, sie können erhebliche Mengen Cadmium aus dem Boden aufnehmen
  • Schokolade und vor allem Bitterschokolade in Maßen genießen, vorzugsweise aus Afrika, um eine Cadmiumaufnahme zu verringern
  • Wechsele Reis mit anderen Getreideprodukten, dies gilt besonders für Säuglinge, Reis neigt dazu Arsen leichter aufzunehmen, Basmatireis enthält weniger Arsen als andere Sorten und weißer Reis weniger als Vollkornreis aufgrund seiner Schale[25]
  • Achte bei Nahrungsergänzungsmitteln auf Hinweise wie ISO 9001-Standard oder „heavy metal controlled“[24,26]

 

So hilfst du deinem Körper Schwermetalle loszuwerden

Ja – es gibt sie – die kleinen Tipps, die das Ausscheiden von Schwermetallen begünstigen. Zink oder das Eiweiß namens Metallothionein zum Beispiel besitzen die Fähigkeit Schwermetalle zu binden, so dass diese ausgeschieden werden können.[27,28]

Das klingt ganz gut, oder? Doch gibt es nun die eine schnelle Lösung zum Ausleiten von Schwermetallen? Mit einem Wort: Nein. „Kontinuierliche Entgiftung“ heißt das Zauberwort. Es geht darum dauerhaft Maßnahmen zu ergreifen, die eine Ausscheidung unterstützen und unsere Widerstandskraft stärken. Wie hoch unsere Belastung an Schwermetallen im Körper ist und wie gut oder schlecht wir entgiften ist individuell verschieden. Es gibt gute und schlechte Entgifter und diese Tatsache erklärt, warum Menschen unter vergleichbaren Bedingungen nicht gleichermaßen krank werden. Wie Entgiftung genau funktioniert, kannst du im 2018 neu erschienen Buch „ToxFREI – Selbsthilfe und Prävention mit Grips“ von Diplom Oecotrophologin Nadia Beyer nachlesen und in vielen Podcast-Folgen von Carrots & Coffee Radio. In dem Buch erklärt sie, wie du richtig entgiftest und zusätzlich, wie du deinen Darm sanieren oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten behandeln kannst. Mit diesen Tipps, einer ordentlichen Portion Geduld und einem Quäntchen Humor kannst du Beachtliches erreichen. Nur Mut!

 

 

 

Quellen:

[1] www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/schwermetalle-in-nahrungsmittel

[2] www.spektrum.de/lexikon/biologie/schwermetalle/60270#main

[3] www.chemie.de/lexikon/Schwermetalle

[4] www.umwelt.niedersachsen.de/themen/wasser/grundwasser/grundwasserbericht/grundwasserbeschaffenheit/gueteparameter/ergaenzungsprogramm/cadmium/Cadmium-137655.html

[5] Food Safety Authority www.fsai.ie/workarea/downloadasset.aspx?id=8412

[6] https://ehp.niehs.nih.gov/doi/10.1289/EHP108

[7] Europäische Kommission ec.europa.eu/food/safety/chemical_safety/contaminants/catalogue/cadmium_en

[8] https://thechocolatejournalist.com/cadmium-chocolate/

[9] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie www.bam.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Analytical-Sciences/artikel-schokolade-genuss-ohne-reue.html

[10] www.umwelt.niedersachsen.de/themen/wasser/grundwasser/grundwasserbericht/grundwasserbeschaffenheit/gueteparameter/ergaenzungsprogramm/blei/blei-137644.html

[11] US Food and Drug Administration www.fda.gov/food/metals/lead-food-foodwares-and-dietary-supplements

[12] Europäische Kommission ec.europa.eu/food/safety/chemical_safety/contaminants/catalogue/lead_en

[13] Bundesinstitut für Risikobewertung www.bfr.bund.de/de/a-z_index/blei-5227.html

[14] Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schwermetalle/blei/index.htm

[15] wikipedia.org/wiki/Quecksilber und www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2211968X13000119

[16] www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/schadstoff/methylhg/

[17] European Food Safety Authority efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2012.2985

[18] US Food and Drug Administration, www.fda.gov/food/metals/arsenic-food-and-dietary-supplements

[19] European Food Safety Authority www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3597

[20] Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schwermetalle/zinn/index.htm

[21] Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schwermetalle/chrom/index.htm und www.wassertest-online.de/trinkwasser-wiki/chrom-im-trinkwasser.html

[22] www.apotheken-umschau.de/allergie/nickelallergie#Wo-ist-Nickel-enthalten

[23] www.foodpackagingforum.org/news/antimony-in-food-packaging

[24] Verbraucherzentrale www.klartext-nahrungsergaenzung.de/wissen/projekt-klartext-nem/schwer-gefaehrlich-giftige-schwermetalle-13363

[25] www.welt.de/wissenschaft/ernaehrung/article161928070/Bei-Reis-entscheiden-Sorte-und-Zubereitung-ueber-Giftigkeit.html

[26] Buch Toxfrei, Beyer N. sowie
verbraucherfenster.hessen.de/gesundheit/lebensmittelsicherheit/so-können-sie-sich-schadstoffarm-ernähren und www.fda.gov/food/metals/what-you-can-do-limit-exposure-arsenic

[27] www.gesundheitswissen.de/neurologie/gehirn/schwermetalle-sind-schlecht-fuers-gehirn/

[28] www.spektrum.de/lexikon/biologie/metallothioneine/42448

Bilder Quelle: Pixabay.com

21 Mrz

So stärken Bitterstoffe Deine Immunabwehr!

by Nadia Beyer |Mrz 21, 2020 |0 Comments | Allgemein, Ernährungstipps

– Eine Zusammenfassung –

 

  1. Bitterstoffe, die in höheren Konzentrationen in Bitter- und Heilkräutern sowie Gewürzen vorkommen, interagieren mit Bitter-Rezeptoren, sogenannten T2R’s, die wir in den Schleimhäuten unseres Körpers (Magen-Darm-Trakt, Lunge und Bronchien, Urogenitaltrakt, Augen), aber auch auf unserer Haut, im Herzen und sogar im Gehirn finden. An den Schleimhäuten lösen sie dabei eine Vielzahl an wertvollen Reaktionen aus. So regen sie zum Beispiel die Bildung der sehr sauren und antimikrobiell wirkenden Magensäure an und die Abgabe verschiedener antimikrobiell wirkender Peptide aus der Schleimhaut, wie z.B. Defensin oder das keimtötende Enzym namens Lysozym. 
  1. Bitterstoffe sind interessanterweise zudem in der Lage bakterielle Kommunikationsmoleküle zu imittieren, mit denen Bakterien unsere Immunabwehr innerhalb der Schleimhaut auf den Plan rufen und schützende Fresszellen anlocken. Fresszellen zählen zur ersten Verteidigungslinie unseres Körpers (angeborene Immunabwehr) und fressen und töten virus-befallene Zellen und Bakterien ab. Auch leiten sie weiterführende Immunreaktionen (erworbene Immunabwehr) ein. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass krankmachende Bakterien bitter-schmeckende Substanzen produzieren (z.B. Acyl-Homoserin-Lacton), deren Wirkung durch zahlreiche bittere sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe nachgeahmt werden kann, wenn wir diese zu uns nehmen. Im Gegensatz zu den bitteren Stoffwechselprodukten von Bakterien, machen uns diese Bitterstoffe in Pflanzen und Kräutern (darunter v.a. Polyphenole wie Flavonoidglykoside sowie Glucosinolate und Terpene) jedoch niemals krank – im Gegenteil: sie stärken unsere Abwehr und schützen uns über diese Form des molekularen Mimikry* vor pathogenen Eindringlingen! (* = biologisches Nachahmen zwecks Täuschung).


 

  1. Bitterstoffe sorgen durch das Andocken an Bitter-Rezeptoren an den Schleimhäuten der Bronchien für die Bildung von NO (= Stickstoffmonoxid). Letzteres wirkt stark relaxierend (entspannend) auf die Lungen und Bronchien, was die Atmung erleichtert und Hustenreiz lindert – sehr interessant auch bei Asthma!
  1. Bitterstoffe können direkt das Eindringen von Bakterien und Giftstoffen in den Körper verhindern, indem sie die Schleimproduktion und die glatte Muskulatur in Magen und Darm anregen. Dadurch wird der direkte Kontakt der Bakterien mit der Schleimhaut erschwert und sie schneller aus dem Körper gespült und ausgeschieden. 
  1. Bitterstoffe senken Süßgelüste und das ist deshalb gut, weil Süßigkeiten und Zucker die Abwehrkräfte schwächen und krankmachende Keime anfüttern, was wir in Fall einer Infektion keinesfalls wollen. Außerdem liefert Zucker und zuckerreiche Lebensmittel keine oder keine nennenswerten Mengen an Nährstoffe, sondern rauben sie uns vielmehr, was sich nachteilig auf unser gesamtes Immunsystem auswirkt. Nicht ohne Grund erleiden Menschen unter schlechten Ernährungssituationen mehr Infektionskrankheiten.  
  1. Bitterstoffe regen die Bildung sämtlicher Verdauungssäfte an, darunter v.a. Magensäure und Gallensäuren. Diese beiden wirken von Natur aus stark antimikrobiell und schützen uns stets vor krankmachenden Eindringlingen, die wir über die Nahrung, über das Trinken oder herunterschlucken von Luft aufnehmen. Auch regen Gallensäuren als unser körpereigenes Abführmittel die Darmbewegungen an und sorgen so dafür, dass Bakterien und Viren schnell ausgeschieden werden, bevor sie sich in unserem Körper vermehren und uns krank machen können.
  1. Durch die verbesserte Produktion von Verdauungssäften durch Bitterstoffe wird außerdem zusätzlich der Aufschluss der Nahrung verbessert. Somit kommen wir besser an die in unserer Nahrung befindlichen Mikronährstoffe – allen voran an jene, die wichtig sind für ein intaktes und starkes unser Immunsystem: Zink, Eisen, Folsäure, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin B12 und B6. Viele Menschen produzieren nicht mehr bzw. noch nicht genug dieser Körpersäfte, so z.B. alte Menschen bzw. Kleinkinder.
  1. Viele Bitterstoffe, allen voran die in den aromatischen Bitterstoffpflanzen, wirken unmittelbar und selektiv antimikrobiell – vielen ist dies bereits durch den traditionellen Einsatz vieler ätherischer Öle bei Infektionen bekannt. Aromatische Bitterstoffe dezimieren viele krankmachende Keime, während sie gesunde Bakterien dabei vielfach unbeschadet lassen. So lässt sich über Bitterstoffe in Bitterkräutern auch die Darmflora positiv verändern, die maßgeblich über die Stärke unseres Immunsystems entscheidet und dieses trainiert. Unser Immunsystem sitzt zu 75% im Darm! 
  1. Die meisten bitteren sekundären Pflanzeninhaltsstoffe wirken zu guter Letzt auch noch antioxidativ, und das ist hervorragend, denn bei der natürlichen Immunabwehr entstehen immer freie Radikale (freie Radikale sind sowas wie Kampfstoffe unserer Fresszellen). Diese müssen entsprechend stets durch Antioxidantien entschärft werden, damit es durch die ablaufenden Immunreaktion nicht zu chronischen Entzündungen oder größeren Gewebeschäden kommt. 

YouTube: Besser als Vitamin C? – Geheimtipp für das Immunsystem!

“Nutze deshalb auch Du die Kraft der Bitterstoffe für Dein Immunsystem! Bitterkräuter sind dabei die einfachste und effektivste Möglichkeit, um vermehrt Bitterstoffe in den Alltag einzubauen. Und sie sind zudem kinderleicht in der Anwendung – probier’s aus! Hier meine Bitterkräuter-Empfehlung für Dich: www.ancenasan.de – 100 % fein vermahlene Kräuter, Natur pur und natürlich ganz ohne Alkohol!!”

Quellen:

1. Workman, Alan D., et al. “The Role of Bitter and Sweet Taste Receptors in Upper Airway Immunity.” Current allergy and asthma reports 15.12 (2015): 1-8.

2. Carey, Ryan M., et al. “Taste receptors: regulators of sinonasal innate immunity.” Laryngoscope investigative otolaryngology 1.4 (2016): 88-95.

3. Verbeurgt, Christophe, et al. “The human bitter taste receptor T2R38 is broadly tuned for bacterial compounds.” PloS one 12.9 (2017): e0181302.

4. Gil, Sucheol, et al. “Genotype-specific regulation of oral innate immunity by T2R38 taste receptor.” Molecular immunology 68.2 (2015): 663-670.

5. Lee, Robert J., and Noam A. Cohen. “Bitter Taste Bodyguards.” Scientific American 314.2 (2016): 38-43.

6. Lee, Robert J., and Noam A. Cohen. “Role of the bitter taste receptor T2R38 in upper respiratory infection and chronic rhinosinusitis.” Current opinion in allergy and clinical immunology 15.1 (2015): 14-20.

7. Rozengurt, Enrique, and Catia Sternini. “Taste receptor signaling in the mammalian gut.” Current opinion in pharmacology 7.6 (2007): 557-562.

8. Carey, Ryan M., et al. “Sinonasal T2R-mediated nitric oxide production in response to Bacillus cereus.” American journal of rhinology & allergy 31.4 (2017): 211.

9. Jing, Fangmiao, et al. “Relaxant effect of chloroquine in rat ileum: possible involvement of nitric oxide and BKCa.” Journal of Pharmacy and Pharmacology 65.6 (2013): 847-854.

10. Sternini, Catia, Laura Anselmi, and Enrique Rozengurt. “Enteroendocrine cells: a site of ‘taste’in gastrointestinal chemosensing.” Current opinion in endocrinology, diabetes, and obesity 15.1 (2008): 

11. Thomas, Anu, et al. “The Bitter Taste Receptor TAS2R16 Achieves High Specificity and Accommodates Diverse Glycoside Ligands by using a Two-faced Binding Pocket.” Scientific Reports7.1 (2017): 7753.

12. Wu, S. Vincent, et al. “Expression of bitter taste receptors of the T2R family in the gastrointestinal tract and enteroendocrine STC-1 cells.” Proceedings of the National Academy of Sciences 99.4 (2002): 2392-2397.

   

10 Jan

Den Gallefluss anregen, Gallensteinen vorbeugen und die Leber entlasten!

by Nadia Beyer |Jan 10, 2020 |0 Comments | Ernährungstipps

Wie mein letzter Beitrag gezeigt hat, ist die Galle ein geheimnisvoller und ganz wichtiger Körpersaft. Die Galle hilft uns nicht nur Fette zu verdauen und fettlösliche Vitamine aufzunehmen, sondern sie kann weitaus mehr. Sie reinigt den Darm und schützt uns somit vor krankmachenden mikrobiellen Fehlbesiedlungen im Darm, die oft von Verdauungsbeschwerden und Nährstoffmängeln begleitet werden. Zudem beeinflusst die Galle die Höhe unseres Kalorienverbrauchs, weil Gallensäuren aus der Galle z.B. Schilddrüsenhormone aktivieren. Auch sind Gallensäuren an der Regulation unseres Blutzuckerspiegels und unsere Blutfette beteiligt und können sie darüber hinaus auch noch die Entzündungsbereitschaft unseres Körpers senken. Last but not least spielt die Galle zusammen mit der Leber und Darmschleimhaut eine Schlüsselrolle bei der Entgiftung, denn mit der Galle werden die Giftstoffe schließlich von der Leber in den Darm geleitet.  READ MORE

20 Dez

Die Galle – ein ganz besonderer Körpersaft!

by Nadia Beyer |Dez 20, 2019 |0 Comments | Ernährungstipps

Wenn umgangssprachlich von der Galle gesprochen wird, meinen viele Menschen damit eigentlich die Gallenblase. Die Galle aber ist eine Flüssigkeit und sie wird in der Leber von den Leberzellen produziert. Anschließend wird sie dann in die Gallengänge abgegeben, von dort der Gallenblase zugeleitet, wo sie schließlich um das 10-fache ihres ursprünglichen Volumens eingedickt wird.

Das wichtigstes Einsatzgebiet der Galle ist, wie vielen von Ihnen vermutlich bereits gehört haben, die Verdauung von Nahrungsfetten. Sobald wir Fett zu uns nehmen, registriert unsere Dünndarmschleimhaut dieses Fett als Reiz und schüttet daraufhin Darmhormone aus, die die Gallenblase dazu veranlassen, sich zusammenzuziehen. Durch diese Kontraktion kommt es zur Entleerung der Gallenblase und die Galle fließt wie gewünscht in den Dünndarm ab. 

Dort angekommen, fängt sie nun an das Fett in der Nahrung zu emulgieren, denn Fett mischt sich bekanntlich nicht gut mit Wasser. Die Fette werden also mit Hilfe der Galle in wasserlösliche Fetttröpfchen verwandelt. Nur in dieser wasserlöslichen Form kann der überwiegende Anteil unserer Nahrungsfette überhaupt durch die mit Wasser und Schleim überzogene Dünndarmschleimhaut aufgenommen und von dort weiter in wässrigen Medien, wie Lymphe und Blut transportiert werden. Eine kleine Ausnahme bilden lediglich die sogenannten MCT-Fette, das sind Fette, die vorwiegend aus kurz- und mittelkettigen, statt der üblichen langkettigen Fettsäuren bestehen. Sie kommen reichlich in Kokosfett und teilweise in Milchfetten, wie Butter, allen voran Ziegenbutter vor und sind von Natur aus bereits gut wasserlöslich. Sie können deshalb aufgenommen werden, ohne chemisch emulgiert werden zu müssen.

Die Galle – ein komplex zusammengesetzter Körpersaft

Die Galle kann aber noch weitaus mehr als Fett zu emulgieren und absorbieren zu können. Sie ist ein ganz besonderer Körpersaft und wir produzieren jeden Tag ca. 700 ml von dieser höchst komplex zusammengesetzten Flüssigkeit. Je nach Zusammensetzung kann die Galle dabei eine gelblich-braune oder auch leicht grünliche Farbe annehmen. Verantwortlich für die Farbe sind Abbauprodukte des eisenhaltigen Blutfarbstoffes namens Häm, der aus dem Bluteiweiß Hämoglobin freigesetzt wird, sobald die Blutkörperchen nach 120 Tagen absterben. Hämoglobin ist das Sauerstoff transportierende Eiweiß im Blut, das der Arzt gerne misst, um eine Blutarmut (Anämie) auszuschließen. Die grün-gelblichen Abbauprodukte des Häms (Biliverdin und Bilirubin) tragen übrigens später zur dunkelbraunen Färbung des Stuhls bei, indem diese Gallefarbstoffe im Darm von Bakterien weiter zu einer bräunlichen Verbindung (Stercobilin) abgebaut werden. Die Abbauprodukte des Hämoglobins gelangen vom Darm über die Leber übrigens auch zu den Nieren und geben dem Urin schließlich seine gelbe Farbe. 

Galle kann sich stauen

Ist der Stuhl aber mal nicht schön braun gefärbt, sondern hell, ist dies kein gutes Zeichen und immer ein Hinweis für eine Abflussstörung der Galle. In solchen Fällen staut sich die Galle samt der Gallefarbstoffe in der Leber zurück und die Gallenfarbstoffe sickern dann quasi rückwärts ins Blut, wo sie der betroffenen Person einen gelblichen Hautteint verleihen und bei extremem Rückstau auch zu Juckreiz der Haut führen können. Auch kommt es in solchen Momenten des Gallestaus zu übelreichendem Stuhlgang, weil das Fett in der Nahrung nun nicht mehr ausreichend verdaut und absorbiert werden kann. Infolge übernehmen fettliebende Fäulnisbakterien diesen Job im Darm, bauen das Fett ab, wodurch unangenehm riechende mikrobiellen Zersetzungsprodukte entstehen. Auch macht sich dies gerne durch einen übermäßigen Fettgehalt im Stuhlgang bemerkbar, der manchmal in Form von Fettaugen auf der Oberfläche des Klowasser erkennbar wird oder zu schmierigem Stuhlgang führt, der an der Kloschüssel klebt.

Häufige Ursache solcher Abflussstörungen der Galle sind übrigens Gallensteine, die den Ausführungsgang der Galleblase blockieren, der in seinem unteren Teil übrigens durch die Bauchspeicheldrüse führt und noch weiter unten mit dem Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse verschmilzt. Neben Gallensteinen können aber auch eine Schwangerschaft sowie Schwellungen innerhalb der Leber oder der Bauchspeicheldrüse einen Gallestau verursachen. Bei Schwangerschaft sind es Schwangerschaftshormone, welche die Abgabe der Galle aus den Zellen in die Gallengänge hemmen und so den Gallefluss vermindern. Bei Schwellungen der Leber und der Bauchspeicheldrüse werden hingegen die Ausführungsgänge komprimiert, die die Galle daran hindern abzufließen. Schwellungen innerhalb der Leber rühren häufig von Entzündungen her, die wiederum gerne durch eine Fettleber entstehen. Schwellungen der Bauchspeicheldrüse sind hingegen seltener und dann meist Folge von Entzündungen oder Tumoren.  

Neben den eben beschriebenen Gallenfarbstoffen enthält die Galle übrigens noch viele weitere interessante Substanzen, die für die umfassenden Effekte der Galle auf den Körper verantwortlich sind. Dazu zählen z.B. das Cholesterin und verschiedene Phospholipide sowie Mineralstoffe, Enzyme und die sogenannten primären Gallensäuren (Cholsäure, Chenodesoxycholsäure). Die Gallensäuren werden dabei oft auch als Gallensalze bezeichnet, weil sie als Komplexe, d.h. gebunden an den positiv geladenen Mineralstoff Natrium oder an die Aminosäuren Glycin oder Taurin vorliegen. 

Gallensalze und Phospholipide sind übrigens diejenigen Gallebestandteile, die für die erwähnte Emulgierung der Fette verantwortlich sind. Der Grund dafür ist, dass Gallensäuren und Phospholipide sowohl über einen wasserliebenden als auch einen wasserabweisenden Anteil im Molekül verfügen, was dazu führt, dass sich ihre wasserabweisenden Anteile einander zuwenden und sich dadurch einschichtige rundlich angeordnete Membranen bilden, vergleichbar mit kleinen Seifenblasen. In diese wasserlöslichen Blasen können nun die wasserunlöslichen Nahrungsfette und die wasserunlöslichen bzw. fettlöslichen Vitamine wie Vitamin A, E, D und K eingeschlossen und so durch den Darm bis in die  Dünndarmschleimhautzellen transportiert werden. Eines an dieser Mizellenbildung beteiligten Phospholipide ist übrigens das Lecithin, das wir alle auch als Nahrungsfett in Form von Eiern, Sojabohnen, Ölsaaten, Innereien oder Butter kennen und zu uns nehmen

 

Viele Inhaltsstoffe, die wir in der Galle finden, werden übrigens in der Leber selbst produziert, so z.B. auch das Cholesterin und Cholesterin ist eine Schlüsselsubstanz im Körper. Aus Cholesterin werden in der Leber sowohl Gallensäuren als auch viele Hormone gebildet. Benötigt der Körper viele Gallensäuren für die Verdauung oder gerade Hormone, werden folglich die körpereigenen Cholesterinreserven geleert und der Cholesterinspiegel sinkt. Diesen Mechanismus macht man sich übrigens heute in der Ernährungstherapie sehr gerne zunutze, indem man Menschen mit erhöhten Cholesterinspiegeln empfiehlt, viele Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Die Ballaststoffe binden dann die Gallensäuren im Darm, welche nun über den Stuhl forciert ausgeschieden werden. Dies wiederum macht eine Nachproduktion von Gallensäuren aus dem Vorläufermolekül Cholesterin in der Leber notwendig und senkt auf diese Weise den Cholesterinspiegel. 

Gallensäuren werden sorgsam recycled

Normalerweise scheiden wir Gallensäuren übrigens kaum über den Stuhl aus, weil sie für den Körper wertvolle Substanzen darstellen und er diese drum ungern hergibt. Nicht umsonst hat der Körper ein ausgeklügeltes Recylingsystem für sie entwickelt, indem er Gallensäuren, nachdem sie ihre Aufgabe bei der Fettemulgierung und Fettaufnahme im Darm erfüllt haben, zu 90 % wieder aus dem Darm rückabsorbiert werden. Über die Pfortader gelangen sie so vom Darm zurück zur Leber und können dann erneut in der Leber genutzt und anschließend in die Galle abgegeben werden. Man spricht deshalb auch vom sogenannten Darm-Leber-Kreislauf – im Fachjargon als entero-hepatischer Kreislauf bezeichnet. Gallensalze können so 6-10 Male wiederverwendet werden. 

Lediglich ein kleiner Teil der Gallensäuren gelangt gewöhnlich in den Dickdarm und wird über den Stuhl ausgeschieden. Und dass Gallensäuren nur in geringen Mengen im Dickdarm landen ist auch gut so, denn der Dickdarm ist voller Bakterien, die sonst die primären Gallensäuren in zu viele sogenannte sekundäre Gallensäuren (Desoxycholsäure, Lithocholsäure) verwandeln würden. Diese sekundären Gallensäuren sollen aber nicht in höheren Konzentrationen in den Dickdarm gelangen, weil sie das Gewebe des Dickdarms schädigen und dort Darmkrebs begünstigen können. Auch sollen sie andere Krebsarten im Körper fördern, wenn sie vom Dickdarm in den Blutkreislauf gelangen. 

Chiang, John Y L. “Bile acid metabolism and signaling.” Comprehensive Physiology vol. 3,3 (2013): 1191-212. doi:10.1002/cphy.c120023

Galle – unser körpereigenes Abführmittel

Wie wir heute wissen, sind Gallensäuren jedoch nicht nur wichtig für unsere Fettverdauung und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und vieler gesundheitsförderlicher sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe, die oftmals auch fettlöslich sind. Die Gallensäuren in der Galle fungieren auch als unser körpereigenes Abführmittel, d.h. sie stimulieren die Peristaltik des Darms, indem sie Wasser in den Darm ziehen, wodurch sich der Stuhl erweicht, voluminöser wird und leichter ausscheiden lässt. Auch zeigen Gallensäuren starke antimikrobielle Eigenschaften. 

Durch diese abführende und antimikrobielle Wirkung verhindern Gallensäuren entsprechend Fehlbesiedlungen im Darm, insbesondere die Ansiedlung von Bakterien und Pilzen im Dünndarm, der im Gegensatz zum Dickdarm kaum mit Keimen besiedelt sein sollte. Solche Fehlbesiedlungen im Dünndarm werden heutzutage immer häufiger und führen dazu, dass Bakterien sich im Dünndarm über die dort noch nicht absorbierte Nahrung hermachen. Sie treten folglich mit uns in Konkurrenz um Nährstoffe und führen dann zu Nährstoffmängeln – trotz vollen Teller ! -, weil die Bakterien im Dünndarm nun die Nahrung für sich nutzen und abbauen. 

Leider produzieren sie beim Abbau der Nährstoffe als Nebenprodukt auch noch allerlei Stoffwechselprodukte wie Gase, Säuren etc., die vielfältige Verdauungsprobleme verursachen können. Blähungen, die schon kurze Zeit nach dem Essen auftreten sowie Breistuhl oder auch Verstopfung sind übrigens Hinweise auf eine solche Überbesiedelung des Dünndarms mit Bakterien, die durch Gallestaus, Mangel an Galle oder auch Mangel an Magensäure entstehen können. Eine solche Fehl- und Überbesiedlung des Dünndarms nennt man übrigens SIBO, was für den englischen Terminus „small intestinal bacterial overgrowth“ steht.

 

Gallensäuren sind Signalmoleküle und Schlankmacher 

Die Galle ist aber keineswegs nur ein Saft, der seine Wirkungen – wie eben beschrieben – im Darm entfaltet. Mittlerweile wissen wir, dass die Gallensäuren in der Galle auch sehr bedeutende Signalmoleküle sind. Das heißt, diese primären Gallensäuren wirken nicht nur im Darm, sondern entfalten auch interessante Wirkungen, wenn sie von den Darmschleimhautzellen über die Pfortader zur Leber transportiert werden. Wie mittlerweile erwiesen ist, können Gallensäuren an bestimmte Rezeptoren innerhalb der Leberzelle binden und Gene aktivieren, die eine Rolle bei der Regulation unseres Blutzuckerspiegels, unserer Blutfette und unseres Kalorienverbrauchs spielen. 

Gallensäuren aktivieren demnach Gene, die die Insulinwirkung an den Zellen verbessern, die Glucosebildung in der Leber unterdrücken und die Aufnahme von Fetten aus dem Blut steuern. Somit helfen Gallensäuren erhöhte Blutzucker und erhöhte Blutfette zu senken. Auch können sie Gene aktivieren, die für die Bildung von Enzymen verantwortlich sind, welche die inaktiven Vorstufen der Schilddrüsenhormone in ihre aktive Form überführen. Da die Höhe an aktiven Schilddrüsenhormonen über unseren Energieverbrauch entscheidet, sind Gallensäuren somit quasi auch kleine körpereigene Schlankmacher, die unsere Körpertemperatur regulieren. Dieser Mechanismus erklärt übrigens, warum Störungen der Leber und Galleproduktion nicht selten zu einer Unterfunktion der Schilddrüse und damit zu einer Gewichtszunahme oder auch Kälteempfindlichkeit führen können. 

Aber damit längst noch nicht genug. Interessant und spannend ist auch, dass Gallensäuren an Cortisol-Rezeptoren innerhalb der Zelle binden und so Gene aktivieren können, die für die Bildung von Proteinen sorgen, die Entzündungen im Darm, in der Leber, aber auch im Gehirn drosseln. Zusammenfassend könnte man also sagen, dass Gallensäuren viel zu wenig beachtete Moleküle in der Vorbeugung und Behandlung von Diabetes, Fettleber, Übergewicht, erhöhten Blutfetten und Herz-Kreislauferkrankungen darstellen und uns vor Entzündungen und auch Schäden des Nervensystems schützen können.

Chiang, John Y L. “Bile acid metabolism and signaling.” Comprehensive Physiology vol. 3,3 (2013): 1191-212. doi:10.1002/cphy.c120023

Über die Galle entgiften wir

Nicht unerwähnt bleiben sollte neben diesen Wirkungen, dass wir mit und dank der Galle zahlreiche Giftstoffe aus dem Entgiftungsorgan Leber in den Darm befördern und dann über den Stuhl ausscheiden. Ein gesunder Gallefluss ist deshalb so wichtig, wenn es um das Thema Detox, sprich Entgiftung geht. Wer stets dafür sorgt, dass seine Leber gesund bleibt, ausreichend Galle produziert und diese auch gut in den Darm abfließen kann, der verhindert, dass Schadstoffe sich zurückstauen oder unnötig über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Gerade die Nieren sind jene Organe, die heutzutage viel zu häufig überlastet werden und dadurch Funktionsverluste zeigen, einfach weil die Entgiftung über die Galle bzw. den Stuhl leider ungenügend funktioniert.

Ein weiterer Bestandteil der Galle, der ebenfalls sehr interessant und relevant ist, ist übrigens das Natrium-Bikarbonat und das Verdauungsenzym namens alkalische Phosphatase. Natrium-Bikarbonat, was wir außerhalb des Körpers auch als Natron kennen, verleiht der Galle seinen alkalischen, sprich basischen pH-Wert. Das ist enorm wichtig, denn nur so kann die Galle den sauren Speisebrei, der aus dem Magen kommt, neutralisieren und verhindern, dass die zarte Dünndarmschleimhaut durch Magensäure verätzt wird und sich dadurch etwa entzündet. Auch sorgt der basische pH-Wert von ca. 8 dafür, dass Verdauungsenzyme, die aus der der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm bzw. Zwölffingerdarm zufließen, aktiviert werden. In einem sauren Milieu würden diese Enzyme gar nicht arbeiten können und die Nahrung bliebe dann größtenteils unverdaut, was erneut zu Verschiebungen der Darmflora, Verdauungsstörungen und Nährstoffmängeln führen würde. Ohne Galle kann die Bauchspeicheldrüse entsprechend ihre Verdauungsfunktion gar nicht nachkommen.

Die Zusammensetzung dieses Zaubersaftes namens Galle muss übrigens immer sehr ausgewogen sein, d.h. sie darf nicht zu viel von dem einen oder zu wenig von dem anderen Bestandteil enthalten. Enthält die Galle z.B. zu viel Cholesterin, zu viel Calcium oder zu viel des Gallenfarbstoffs Bilirubin und dafür zu wenige Gallensalze oder zu wenige Phospholipide, kann es zu Auskristallisationen bzw. der gefürchteten Steinbildung kommen. 

Zu viel Cholesterin und zu wenig Gallensalze enthält die Galle oftmals dann, wenn der Abbau von Cholesterin zu Gallensalzen eingeschränkt ist, so z.B. bei einer erhöhten Leberbelastung oder Leberfunktionsstörungen. Auch Infektionen und Stress können ein wesentlicher Faktor für zu wenige Gallensalze in der Galle sein, denn Toxine von Bakterien können die Gallensäureabgabe blockieren. Stress auf der anderen Seite hat zur Folge, dass Cholesterin bevorzugt zur Bildung von Stresshormonen herangezogen und Cholesterin nicht mehr in Gallensäuren umgewandelt wird. Hinzu kommt, dass unter Stress der Abfluss der Galle immer beeinträchtigt wird, weil sich der Ringmuskel (Sphinkter Oddi) am Ende des Ausführungsgangs des Gallenblasengangs krampfartig anspannt und den Gallengang auf diese Weise verschließt. So wird Galle in die Gallenblase zurückgestaut und die Steinbildung noch weiter begünstigt. 

Auch zu lange Nahrungspausen und sehr fettarme Kost sind unvorteilhaft, weil es auch dann zu einem Anstau der Galle bzw. es zu keiner Entleerung der Gallenblase kommt. Deshalb ist Fasten oder das beliebte Überspringen des Frühstücks bei einer Neigung zu Gallensteinen nicht so wirklich vorteilhaft, weil dadurch die Verweildauer der Galle zunimmt und diese leichter „eintrocknen“ kann. 

Besonders wir Frauen neigen übrigens zu Gallensteinen, weil wir höheren Östrogenspiegel haben, wodurch der Cholesteringehalt der Galle ansteigt und die Gallensalzen dann nicht ausreichen, um das Cholesterin ausreichend in Lösung zu halten. 

Ja, wie dieser umfangreiche und hoffentlich für Sie interessante Beitrag zum Thema Galle zeigt, ist dieser Körpersaft für unsere Gesundheit von großer Bedeutung und ich freue mich drum schon jetzt, Ihnen im nächsten Beitrag wertvolle Tipps zu geben, mit denen Sie ihren Gallefluss deutlich anregen, den Gallefluss verbessern und ihre Leber bei der Produktion dieser Galle effektiv unterstützen können. 

29 Nov

Schutz und Entfernung von fliegenden Pestiziden auf Lebensmitteln

by Nadia Beyer |Nov 29, 2019 |0 Comments | Ernährungstipps

Dass Pestizide heutzutage ein gesundheitliches Problem darstellen ist sicher allen bekannt und bewusst. Aus diesem Grunde kaufen die Gesundheitsbewussten unter uns ihre Lebensmittel ja auch primär in Bioläden. Das Problem dabei ist leider nur, dass dies nicht immer ausreicht, um sich genügend vor Pestiziden zu schützen, weil diese Pestizide oft kilometerweit durch die Luft fliegen und somit auch vor heimischen Gärten und Bio-Anbaufeldern nicht Halt machen. 

Bei hohen Temperaturen und starken Wind ist diese Kontamination per sogenanntem Abdrift dabei besonders hoch und traurigerweise sind die Belastungen durch den Pestizideinsatz dabei mittlerweile fast ganzjährig. Wie stark die Pestizidbelastungen sein können, zeigt mal wieder eine an verschiedenen Standorten in Südtirol durchgeführte Untersuchung mit dem treffenden Namen „Vom Winde verweht“, deren Ergebnisse das Umweltinstitut in München im März diesen Jahres veröffentlicht hat. Auch in Deutschland ist von einer ähnlichen Belastung auszugehen, wie erste Ergebnisse einer groß angelegten Untersuchung zeigen, die vom Umweltinstitut München in Zusammenarbeit mit dem „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“ an 200 Standorten durchgeführt wird. Auch das eigentlich nicht-flüchtige Glyphosat wurde dabei auf unbehandelten Flächen gefunden.  READ MORE

8 Nov

Die 5 besten und wichtigsten Entgiftungstipps

by Nadia Beyer |Nov 8, 2019 |2 Comments | Ernährungstipps

Wie ich in vergangenen Beiträgen bereits thematisiert habe, ist Entgiftung ein lebenslanger und ein unser Leben erhaltender Prozess. Schadstoffe, die wir von außen aufnehmen, aber auch Substanzen, die unser Körper täglich auf’s Neue selber produziert, müssen ausreichend und vor allem schnell genug entgiftet werden, damit sie uns nicht krank machen. Besonders die vom Körper selbst produzierten Substanzen stellen dabei eine oft völlig unterschätzte Problematik dar, denn sie sorgen dafür, dass unser Entgiftungssystem oftmals bereits ausgelastet ist und wir deshalb kaum noch zusätzliche Schadstoffe von außen tolerieren. Wie dieser Prozess des Entgiftens im Körper genau funktioniert und warum wir nicht alle gleichgute Entgifter sind, ist übrigens sehr spannend und aus dem Grund auch bereits Gegenstand zweier Beiträge von „Carrots & Coffee Radio“ gewesen.

 

 

In dem heutigen Beitrag möchte ich nach viel Theorie nun für Sie etwas praktischer werden und Ihnen fundamentale Tipps und Maßnahmen vorstellen, wie Sie diesen wichtigen körpereigenen Prozess des Entgiftens unterstützen können. Sie sollen Ihnen helfen, Ihre Gesundheit zu bewahren, denn unsere schleichende Vergiftung ist mittlerweile Ursache vieler Krankheiten und unterschiedlichster Beschwerdebilder geworden. Die Tipps sind übrigens meinem Buch „Toxfrei – Selbsthilfe und Prävention mit Gripps“ entnommen, in dem ich das Thema umfassend beleuchtet habe und in dem Sie viele weitere wertvolle Anregungen zum Entgiften und zum Thema Darmsanierung und Wiederherstellung Ihrer Verdauungsgesundheit finden können. READ MORE

30 Aug

Gute und schlechte Entgifter

by Nadia Beyer |Aug 30, 2019 |0 Comments | Ernährungstipps

Wer sich umschaut, wird sicher schon beobachtet haben, dass Menschen, die unter vergleichbaren Lebensbedingungen leben und sehr ähnlichen Schadstoffmengen oder Stresspegeln ausgesetzt sind, nicht immer gleichermaßen dadurch krank werden. Auch stellt sich häufig die Frage, wie kann es sein, dass so mancher Mensch ein Leben lang raucht, häufig trinkt und trotzdem sehr alt wird, während ein anderer auf all dies verzichtet und dennoch früh an Krebs erkrankt? Woran liegt das?

Für diese Fälle, die sicher viele von uns kennen, gibt es mehr als eine Erklärung sprich viele Gründe. Eine der wesentlichen Gründe ist jedoch unsere individuell oftmals deutlich abweichende Fähigkeit zu entgiften, sprich uns belastender Substanzen – seien es Schadstoffe von außen oder Stoffwechselrückstände von innen – zu entledigen. Und diese Entgiftungsfähigkeit wiederum hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, auf die ich in diesem Beitrag gerne näher eingehen möchte. 

Sich mit diesen Faktoren auseinanderzusetzen macht deshalb großen Sinn, denn wenn wir sie kennen, können wir unsere persönliche Entgiftungskapazität gezielter verbessern, indem wir entsprechend an den wichtigen Stellschrauben drehen bzw. unsere persönlichen Schwachpunkte angehen. So steigt auch für Menschen mit zunächst schwacher Entgiftungsleistung, die Chance trotz zunehmender Belastungen gesund zu bleiben oder sich bestenfalls gar von Krankheiten zu befreien, die durch eine erhöhte Schadstoffbelastung verursacht wurden. READ MORE

2 Aug

Wie entgiftet unser Körper eigentlich?

by Nadia Beyer |Aug 2, 2019 |0 Comments | Ernährungstipps

Um unseren Körper bei der Entgiftung unterstützen zu können, ist es immer sinnvoll, sich zunächst mit der Entgiftung selbst zu beschäftigen bzw. damit, wie Entgiftung im Körper überhaupt funktioniert. Erst, wenn wir dies verstanden haben, können wir die Sinnhaftigkeit so mancher Empfehlung besser beurteilen, einordnen und vor allem auch die für uns richtigen Prioritäten bezüglich der Vielzahl an Entgiftungsmaßnahmen setzen.

Wenn es um die Entgiftung unseres Körpers geht, denken viele sicher zunächst an all das, was unseren Körper täglich über diverse Körperöffnungen verlässt, sei es Stuhl, Urin oder Schweiß und wir denken entsprechend an die dafür zuständigen Ausscheidungsorgane, die daran beteiligt sind, wie z.B. den Darm, die Nieren oder die Haut. Und das ist auch völlig korrekt, denn über diese Wege scheiden wir sowohl Abfallstoffe unseres eigenen Zellstoffwechsels, Toxine stammend von Bakterien und Pilzen sowie die in unseren Körper eingedrungenen Fremdstoffe aus. Doch bevor wir diese Stoffe auf natürlichem Wege aus dem Körper befördern können, muss unser Körper oft einige Vorbereitungsarbeiten treffen, denn das, was wir an Schadstoffen aufnehmen oder selbst in unserem Körper entsteht, ist oftmals fettlöslicher Natur und kann in dieser Form den Körper nicht so einfach über solch wässrige Medien, wie Urin, Schweiß oder Stuhl verlassen.

READ MORE

16 Jun

Macht Entgiften wirklich Sinn?

by Nadia Beyer |Jun 16, 2019 |0 Comments | Ernährungstipps

Überall hört und liest man über Entgiften. Das neue Zauberwort heißt DETOX und viele fragen sich: Kann man seine körpereigene Entgiftung durch sogenannte Detox-Maßnahmen wirklich beeinflussen und ist dies vor allem notwendig und sinnvoll? Ist der Körper nicht in der Lage, selber für eine angemessene Entgiftung zu sorgen und der ganze Hype um das Thema deshalb nicht am Ende doch Angst- und Geschäftemacherei?

Durch meine eigenen Recherchen und persönlichen Erfahrungen mit meiner Gesundheit und auch der vieler Klienten innerhalb der Ernährungstherapie bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Detox bedauerlicherweise kein Mythos ist und es großem Sinn macht, sich mit dem Thema Entgiftung ernsthaft auseinanderzusetzen. Dadurch lässt sich viel Leid vermindern und kann unsere Lebensqualität spürbar gesteigert werden. Es gibt sie demnach tatsächlich: Wirksame Maßnahmen, die unsere körpereigene Entgiftungsleistung unterstützen und verbessern können! Aber auf der anderen Seite gibt es aber auch viele dubiose Entgiftungsmaßnahmen, die vehement propagiert und bei genauer Betrachtung absolut keinen Sinn machen, wie z.B. Smoothies mit Aktivkohle und gibt es Maßnahmen, die uns sogar Schaden können, wie z.B. der Verzehr von großen Mengen Chlorella-Algen, Zeolith oder Bentonit unbekannter Reinheit sowie ausgedehnte Fastenkuren.

Maßnahmen zur Unterstützung unserer körpereigenen Entgiftung halte ich angesichts unserer zunehmenden Belastungen wirklich für erforderlich. Die Konzentration der Fremdstoffe, die wir über die Luft in die Lunge einatmen, die wir mit dem Essen und den Getränken über den Darm aufnehmen oder diejenigen, die über die Haut in unseren Körper diffundieren, nehmen stetig und messbar zu. Allein die Zunahme dieser größtenteils von Menschen geschaffenen Substanzen und deren unbekannten Wechselwirkungen und Summationseffekte, sind alleine schon Grund genug, sich dem Thema Entgiftung anzunehmen. In meinem Buch Toxfrei liefere ich deshalb zur Bewusstmachung zahlreiche Beispiele für Schadstoffe und erläutere, wo diese vorkommen, was sie im Körper bewirken und wie Sie sich bestmöglich vor ihnen schützen können. Angefangen bei Schadstoffen in Lebensmitteln, Verpackungen, Kleidung bis hin zu Giftstoffen in Kosmetika, Wohntextilien oder Zahnfüllungen.

http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Was bei der Diskussion um das Thema Entgiftung und Detox meiner Meinung jedoch oftmals völlig außer Acht gelassen wird ist, dass unser Entgiftungssystem neben diesen externen Toxinen jeden Tag körpereigene Substanzen ausreichend entgiften muss, wenn wir gesund bleiben wollen. Dazu zählen beispielsweise Stresshormone, die wir teilweise chronisch in zu hohen Mengen produzieren sowie Endprodukte unseres Stoffwechsels, wie z.B. Harnstoff, Harnsäure, oxidierte oder auch   verzuckerte Biomoleküle. Auch fallen in unserem Körper oft zu viele organische Säuren an, wenn wir nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe zu uns nehmen.

Zu den zu entgiftenden Substanzen zählen darüber hinaus aber auch Signalstoffe des Immunsystems wie z.B. Histamin sowie Giftstoffe, die im Laufe des Verdauungsprozess in unserem Darm entstehen. Letztere waren für mich der wesentliche Grund mich mit der Bedeutung der körpereigenen Entgiftung zu widmen. Sie entstehen insbesondere durch Fehlernährung und Verdauungsschwäche.

Durch eine unzureichende Verdauung und Aufspaltung der Nahrung kommt es im Darm zu übermäßigen mikrobiellen Zersetzungsprodukten und der Entstehung von Darmtoxinen, die über die Darmschleimhaut in unseren Körper gelangen. Ist die Darmschleimhaut dann auch noch krankhaft durchlässig, was man auch als Sickerdarm oder „leaky gut“ bezeichnet, dann ist die Absorption dieser und anderer Giftstoffe sogar noch zusätzlich erhöht. Menschen die demnach unter einer schwachen Verdauung leiden, eine gestörte Darmflora aufweisen oder deren Immunsystem durch Allergien oder Autoimmunprozesse permanent auf Hochtouren läuft, sind viel gefährdeter durch zusätzliche Schadstoffe von außen Schaden zu nehmen. Das heißt, dass bei vielen Menschen der Körper selbst schon für eine ausreichende Beanspruchung seines Entgiftungssystems sorgt, so dass zusätzliche Belastungen von außen das schon gut gefüllte Fass schnell zum Überlaufen bringen. Diese Menschen tolerieren nur noch wenig Extra-Gift und sind entsprechend sensitiver als andere gegenüber Fremdstoffbelastungen von außen.

 

Hinzu kommt, dass die Entgiftungsorgane bei vielen von uns nicht in einem optimalen Gesundheitszustand sind. Dazu zählen neben der Leber, die Nieren, das Lymphsystem und unsere Darmschleimhaut.

Grund dafür sind oftmals die Giftstoffe selbst, die diese Organe und Gewebe schädigen können sowie der zunehmende Leistungsdruck und unsere häufige dem Stress geschuldete Fehlernährung. Wer gestresst und unter Druck ist, braucht noch mehr Vitalstoffe als normal, ernährt sich aber meist gerade dann umso ungesünder. Bei Überlastung greifen wir gerne zu bequemen Ready-to-eat Produkten, wie belegten Brötchen, Pizza, Schokolade und anderen leicht verfügbaren und aufmunternden Speisen, die uns zwar Kalorien, aber nicht die für ihre Verstoffwechslung notwendigen Vitamine und Mineralstoffe mitliefern. Auch trinken wir bei Stress meist zu wenig Wasser, dafür aber umso mehr Kaffee, um die Stimmung zu heben und den Leistungsdruck standzuhalten und konsumieren mitunter auch mehr Alkohol, um runterzufahren und uns zumindest kurzfristig zu entspannen.  Ein Teufelskreis, dem wir nur entkommen können, wenn wir uns ihm bewusstwerden, unsere Prioritäten verändern und uns im Alltag so organisieren lernen, dass wir in stressigen Momenten gesunde Lebensmittel griffbereit haben, die sowohl unser Bedürfnis nach Schmackhaftigkeit befriedigen als auch ausreichend Vitalstoffe bereitstellen.

Eine solche Über- oder Fehlernährung ist für unsere Gesundheit und Entgiftung aber auch deshalb so fatal, weil nicht nur unser normaler Stoffwechsel, sondern auch unsere Entgiftung, auf eine ausreichende Zufuhr von Vitalstoffen angewiesen ist. Fehlen diese, laufen diese durch Enzyme katalysierten Prozesse nur mangelhaft ab und können toxische Fremdstoffe und deren Stoffwechselzwischenprodukte sich anstauen, einlagern und ihr schädigendes Potential auf verschiedenste Gewebe entfalten. Wenn es sich dabei um das Nervensystem oder endokrine Organe, wie die Schilddrüse handelt, wird es für uns besonders kritisch und symptomatisch.

Eine weitere Ursache für den schlechten Zustand unserer Entgiftungsorgane und unserer mangelhafte Entgiftungsfähigkeit sind neben Fehlernährung und Stress auch die meist nicht „artgerechte Haltung“ unserer selbst. Die meisten von uns sitzen zu viele Stunden am Tag und vor allem häufig ohne die nötige Unterbrechung am Stück. Und wir halten uns zu 90 % der Tageszeit in Innenräumen auf. Der Bewegungsmangel hat zur Folge, dass unsere Durchblutung und unser Lymphabfluss unzureichend wird und unsere Organe, gefördert durch Fehl- und Überernährung, zunehmend und oft unbemerkt verfetten, v.a. die entgiftungsrelevante Leber. Ein Licht- und Vitamin-D-Mangel beeinträchtigt sämtliche Körperfunktionen und macht entsprechend auch vor unseren Entgiftungsorganen nicht halt. Auch beeinträchtigt der Tageslichtmangel unser Immun- und Hormonsystem und kann so die inneren Belastungen mit entstehenden Entzündungseiweißen, Antikörpern etc. erhöhen.

Im Grund ist unser Körper ein Wunderwerk der Natur und würden wir nicht in einer solch technisierten industriellen Zeit leben, würde ich den Detox-Kritikern Recht geben und bräuchte es vieler der in meinem Buch Toxfrei beleuchteten Detox-Maßnahmen nicht. Wir aber leben heute und genießen dadurch viele Annehmlichkeiten, von denen unsere Vorfahren nicht einmal gewagt hätten zu träumen. Das alles hat aber leider seinen Preis und fordert uns zur Selbstreflektion und zum Umdenken auf. In die Höhle zurück, können und denke ich, wollen wir auch nicht, aber unendliches Wachstum ist nicht nebenwirkungslos möglich und wir müssen deshalb was verändern. Die Anpassungs- und Kompensationskapazität unseres Körpers kann mit den rasanten Veränderungen unserer Lebensumwelt nicht Schritt halten und gelangt bei vielen von uns an ihre Grenzen. Ein Ausdruck dessen sind meiner Ansicht nach besonders die Zunahme an Autoimmunerkrankungen, Allergien, neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen und Krebs.

Wenn wir also Veränderung wollen, dann müssen wir uns selber verändern und die Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen. Warten Sie nicht bis Gesundheits-behörden und andere staatliche Institutionen ihre Einstellung zum Thema Umweltschutz ändern oder die Schulmedizin mehr auf Prävention setzt oder ihre Vorgehensweise in der Bewältigung von Krankheit ändert. Werden Sie selbst aktiv und erweitern Sie Ihr Wissen rundum das Thema Prävention, Entgiftung und nutzen Sie das Potential einer optimierten Ernährung. Mein Buch ToxFREI möchte Ihnen dabei helfen, und ich werde deshalb in den nächsten Beiträgen immer wieder Themen aus meinem Buch aufgreifen und Sie dadurch hoffentlich für das Thema begeistern und es etwas aus dem Zwielicht der Pseudowissenschaftlichkeit heben können.

Entgiftung geht JEDEN an!

Mehr erfahren Sie unter www.toxfrei.de

10 Mai

Alles giftfrei – oder was?

by Nadine Woisin |Mai 10, 2019 |0 Comments | Ernährungstipps

Du kaufst Bio Lebensmittel aus Überzeugung. Hast du auch an Töpfe, Pfannen und Zubehör gedacht mit denen sie in Kontakt kommen?

Du setzt auf biologische Lebensmittel, die frei von Giften sind. Gut. 

Genauso wichtig ist das Kochgeschirr, in dem du dein Essen zubereitest oder aufbewahrst. Besonders bedenklich sind Antihaftbeschichtungen. Werden sie zu hoch erhitzt, können giftige Substanzen ausgasen. 

Wie du dich vor Giften beim Kochen und Aufbewahren schützen kannst und welche Materialien du besser vermeidest, erfährst du in diesem Artikel und erhältst Tipps für giftfreies Kochgeschirr. READ MORE

Seite 1 von 512345