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März 2020

21 Mrz

So stärken Bitterstoffe Deine Immunabwehr!

by Nadia Beyer |Mrz 21, 2020 |0 | Allgemein, Ernährungstipps

– Eine Zusammenfassung –

 

  1. Bitterstoffe, die in höheren Konzentrationen in Bitter- und Heilkräutern sowie Gewürzen vorkommen, interagieren mit Bitter-Rezeptoren, sogenannten T2R’s, die wir in den Schleimhäuten unseres Körpers (Magen-Darm-Trakt, Lunge und Bronchien, Urogenitaltrakt, Augen), aber auch auf unserer Haut, im Herzen und sogar im Gehirn finden. An den Schleimhäuten lösen sie dabei eine Vielzahl an wertvollen Reaktionen aus. So regen sie zum Beispiel die Bildung der sehr sauren und antimikrobiell wirkenden Magensäure an und die Abgabe verschiedener antimikrobiell wirkender Peptide aus der Schleimhaut, wie z.B. Defensin oder das keimtötende Enzym namens Lysozym. 
  1. Bitterstoffe sind interessanterweise zudem in der Lage bakterielle Kommunikationsmoleküle zu imittieren, mit denen Bakterien unsere Immunabwehr innerhalb der Schleimhaut auf den Plan rufen und schützende Fresszellen anlocken. Fresszellen zählen zur ersten Verteidigungslinie unseres Körpers (angeborene Immunabwehr) und fressen und töten virus-befallene Zellen und Bakterien ab. Auch leiten sie weiterführende Immunreaktionen (erworbene Immunabwehr) ein. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass krankmachende Bakterien bitter-schmeckende Substanzen produzieren (z.B. Acyl-Homoserin-Lacton), deren Wirkung durch zahlreiche bittere sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe nachgeahmt werden kann, wenn wir diese zu uns nehmen. Im Gegensatz zu den bitteren Stoffwechselprodukten von Bakterien, machen uns diese Bitterstoffe in Pflanzen und Kräutern (darunter v.a. Polyphenole wie Flavonoidglykoside sowie Glucosinolate und Terpene) jedoch niemals krank – im Gegenteil: sie stärken unsere Abwehr und schützen uns über diese Form des molekularen Mimikry* vor pathogenen Eindringlingen! (* = biologisches Nachahmen zwecks Täuschung).


 

  1. Bitterstoffe sorgen durch das Andocken an Bitter-Rezeptoren an den Schleimhäuten der Bronchien für die Bildung von NO (= Stickstoffmonoxid). Letzteres wirkt stark relaxierend (entspannend) auf die Lungen und Bronchien, was die Atmung erleichtert und Hustenreiz lindert – sehr interessant auch bei Asthma!
  1. Bitterstoffe können direkt das Eindringen von Bakterien und Giftstoffen in den Körper verhindern, indem sie die Schleimproduktion und die glatte Muskulatur in Magen und Darm anregen. Dadurch wird der direkte Kontakt der Bakterien mit der Schleimhaut erschwert und sie schneller aus dem Körper gespült und ausgeschieden. 
  1. Bitterstoffe senken Süßgelüste und das ist deshalb gut, weil Süßigkeiten und Zucker die Abwehrkräfte schwächen und krankmachende Keime anfüttern, was wir in Fall einer Infektion keinesfalls wollen. Außerdem liefert Zucker und zuckerreiche Lebensmittel keine oder keine nennenswerten Mengen an Nährstoffe, sondern rauben sie uns vielmehr, was sich nachteilig auf unser gesamtes Immunsystem auswirkt. Nicht ohne Grund erleiden Menschen unter schlechten Ernährungssituationen mehr Infektionskrankheiten.  
  1. Bitterstoffe regen die Bildung sämtlicher Verdauungssäfte an, darunter v.a. Magensäure und Gallensäuren. Diese beiden wirken von Natur aus stark antimikrobiell und schützen uns stets vor krankmachenden Eindringlingen, die wir über die Nahrung, über das Trinken oder herunterschlucken von Luft aufnehmen. Auch regen Gallensäuren als unser körpereigenes Abführmittel die Darmbewegungen an und sorgen so dafür, dass Bakterien und Viren schnell ausgeschieden werden, bevor sie sich in unserem Körper vermehren und uns krank machen können.
  1. Durch die verbesserte Produktion von Verdauungssäften durch Bitterstoffe wird außerdem zusätzlich der Aufschluss der Nahrung verbessert. Somit kommen wir besser an die in unserer Nahrung befindlichen Mikronährstoffe – allen voran an jene, die wichtig sind für ein intaktes und starkes unser Immunsystem: Zink, Eisen, Folsäure, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin B12 und B6. Viele Menschen produzieren nicht mehr bzw. noch nicht genug dieser Körpersäfte, so z.B. alte Menschen bzw. Kleinkinder.
  1. Viele Bitterstoffe, allen voran die in den aromatischen Bitterstoffpflanzen, wirken unmittelbar und selektiv antimikrobiell – vielen ist dies bereits durch den traditionellen Einsatz vieler ätherischer Öle bei Infektionen bekannt. Aromatische Bitterstoffe dezimieren viele krankmachende Keime, während sie gesunde Bakterien dabei vielfach unbeschadet lassen. So lässt sich über Bitterstoffe in Bitterkräutern auch die Darmflora positiv verändern, die maßgeblich über die Stärke unseres Immunsystems entscheidet und dieses trainiert. Unser Immunsystem sitzt zu 75% im Darm! 
  1. Die meisten bitteren sekundären Pflanzeninhaltsstoffe wirken zu guter Letzt auch noch antioxidativ, und das ist hervorragend, denn bei der natürlichen Immunabwehr entstehen immer freie Radikale (freie Radikale sind sowas wie Kampfstoffe unserer Fresszellen). Diese müssen entsprechend stets durch Antioxidantien entschärft werden, damit es durch die ablaufenden Immunreaktion nicht zu chronischen Entzündungen oder größeren Gewebeschäden kommt. 

YouTube: Besser als Vitamin C? – Geheimtipp für das Immunsystem!

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Quellen:

1. Workman, Alan D., et al. “The Role of Bitter and Sweet Taste Receptors in Upper Airway Immunity.” Current allergy and asthma reports 15.12 (2015): 1-8.

2. Carey, Ryan M., et al. “Taste receptors: regulators of sinonasal innate immunity.” Laryngoscope investigative otolaryngology 1.4 (2016): 88-95.

3. Verbeurgt, Christophe, et al. “The human bitter taste receptor T2R38 is broadly tuned for bacterial compounds.” PloS one 12.9 (2017): e0181302.

4. Gil, Sucheol, et al. “Genotype-specific regulation of oral innate immunity by T2R38 taste receptor.” Molecular immunology 68.2 (2015): 663-670.

5. Lee, Robert J., and Noam A. Cohen. “Bitter Taste Bodyguards.” Scientific American 314.2 (2016): 38-43.

6. Lee, Robert J., and Noam A. Cohen. “Role of the bitter taste receptor T2R38 in upper respiratory infection and chronic rhinosinusitis.” Current opinion in allergy and clinical immunology 15.1 (2015): 14-20.

7. Rozengurt, Enrique, and Catia Sternini. “Taste receptor signaling in the mammalian gut.” Current opinion in pharmacology 7.6 (2007): 557-562.

8. Carey, Ryan M., et al. “Sinonasal T2R-mediated nitric oxide production in response to Bacillus cereus.” American journal of rhinology & allergy 31.4 (2017): 211.

9. Jing, Fangmiao, et al. “Relaxant effect of chloroquine in rat ileum: possible involvement of nitric oxide and BKCa.” Journal of Pharmacy and Pharmacology 65.6 (2013): 847-854.

10. Sternini, Catia, Laura Anselmi, and Enrique Rozengurt. “Enteroendocrine cells: a site of ‘taste’in gastrointestinal chemosensing.” Current opinion in endocrinology, diabetes, and obesity 15.1 (2008): 

11. Thomas, Anu, et al. “The Bitter Taste Receptor TAS2R16 Achieves High Specificity and Accommodates Diverse Glycoside Ligands by using a Two-faced Binding Pocket.” Scientific Reports7.1 (2017): 7753.

12. Wu, S. Vincent, et al. “Expression of bitter taste receptors of the T2R family in the gastrointestinal tract and enteroendocrine STC-1 cells.” Proceedings of the National Academy of Sciences 99.4 (2002): 2392-2397.