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Power-Flower Löwenzahn – Teil 1

Power-Flower Löwenzahn – Teil 1

Ulrike David Jul 5, 2016 2 2521

Löwenzahn_01Zu schade als Kaninchenfutter? Es gibt viele gute Gründe, Löwenzahn selber zu essen: Er schmeckt köstlich und enthält eine Vielzahl gesunder Inhaltsstoffe. Als leckeres Wildgemüse bereichert er die Küche. In der Naturheilkunde wird er traditionell im Frühjahr und im Herbst zur Entgiftungs- und Blutreinigungskur angewendet. Das Wildkraut aktiviert die Leber, fördert den Gallenfluss, wirkt harntreibend und soll außerdem das Wachstum verschiedener Krebsarten hemmen können.

 

Alles Unkraut – oder was?

Er ist so allgegenwärtig, dass wir ihm kaum Beachtung schenken – der Löwenzahn (Taraxacum) ist eine weit verbreitete Wildpflanze, die auf Wiesen und an Wegrändern, auf Brachen und sogar in Asphaltritzen bestens gedeiht. Im Mai beginnt seine Paradezeit – dann leuchten hunderte seiner sonnengelben Blüten im maigrünen Gras und signalisieren die endgültige Einkehr des Frühlings.

Nahezu berühmt ist der Löwenzahn für die wundersame Wandlung seiner Blüte: die entwickelt sich während der Ausreifung zu einem weißen, flauschigen „Puffball“, der sogenannten Pusteblume. Sie wird aus vielen federleichten Samen gebildet, die wie winzige Fallschirmchen mit dem Wind davon getragen werden. Wohl jedes Kind dürfte dabei schon einmal mit kräftigem Pusten nachgeholfen und viel Spaß dabei gehabt haben.

Löwenzahn_02Übrigens blüht der Löwenzahn im Spätsommer ein zweites Mal. Das ist gut für Bienen und andere nektarsammelnde Insekten und erklärt u. a. seine Ausbreitung. Die robuste Pflanze kann sich mit ihrer kräftigen Pfahlwurzel fest im Boden verankern. An ihrem jeweiligen Standort ist sie erstaunlich anpassungsfähig. Im kurzen Gras breitet sie ihre gezähnten Blätter flach über dem Boden aus und verdrängt so zum Leidwesen ordnungsliebender Gärtner den Rasen. An anderen Stellen kann sie neben hochwachsenden Pflanzen eine Höhe von bis zu 50 cm erreichen. In vielen Gärten ist der Löwenzahn darum nicht gerne gesehen. Wer Löwenzahn als lästiges Unkraut betrachtet und loswerden möchte, muss die winterharte Staude mit der ganzen Wurzel ausreißen, was nicht einfach ist – aus einem kleinen Wurzelstück können wieder neue Blätter treiben.

 

Löwenzahn schenkt Lebenskraft

Man täte aber gut daran, dem Löwenzahn einen Platz im Garten zu lassen. Denn dieses „Unkraut“ am Wegrand wird völlig unterschätzt. Löwenzahn ist ein wohlschmeckendes Superfood, das hervorragend in Salate, Suppen und grüne Smoothies passt. Jeder Teil der Pflanze  – von der Wurzel über die Blätter bis zur Blüte – ist genießbar und mit einer Fülle gesunder Nährstoffe ausgestattet. Nach der Kräuterkundigen Maria Treben hilft Löwenzahn vor allem der Körpermitte: bei  Leber- und Gallenbeschwerden und allgemeinen Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit und Harnwegsinfektionen. Kurz gesagt, unterstützen die Inhaltsstoffe des Löwenzahns alle Verdauungsvorgänge und beeinflussen somit alle anderen Körperfunktionen. Denn nur mit einer gesunden Verdauung können Nähr- und Vitalstoffe perfekt absorbiert und jedes Organ optimal versorgt werden.

 

Allrounder dank Bitterstoffe

Löwenzahn gehört zu den Pflanzen, die eine besonders hohe Dosis an Bitterstoffen (Taraxacin und Taracein) enthalten. In der Heilkunde zählt er deshalb zu den sogenannten Bitterstoffdrogen. Bitterstoffe regeln die Verdauung auf vielerlei Weise. Sie Löwenzahn_03steigern die Magen- und Gallensaftsekretion und wirken damit appetitanregend und verdauungsfördernd. Sie entfalten ihre Wirkung unmittelbar in dem Moment, wenn sie mit unserer Zunge in Kontakt kommen. Bitterstoffe stimulieren über die Geschmacksknospen die Bildung von Magensäften sowie die Sekretion lebensnotwendiger Verdauungssäfte und -enzyme von Leber, Gallenblase und  Bauchspeicheldrüse. Das ist zunächst einmal für die Aufnahme und Verwertung essentieller Nährstoffe wichtig. Daneben werden zentrale Stoffwechselvorgänge positiv beeinflusst. Kein Wunder, dass Löwenzahn in der Naturheilkunde als Stärkungsmittel eingesetzt wird – dank seiner verdauungsoptimierenden Eigenschaften und einer Fülle an Mineralien und Vitaminen verhilft eine Löwenzahn-Kur zu spürbar mehr Energie.

 

Die Leberpflanze

Wegen seiner Bitterstoffe wird Löwenzahn außerdem in der Naturheilkunde als „Leberpflanze“ hoch geschätzt. Bitterstoffe regenerieren und kräftigen die Leberzellen. Die Leber ist unser größtes Entgiftungsorgan. Sie muss Schadstoffe aus der Nahrung, der Atemluft, von Medikamenten und Alkohol aus dem Blut filtern und unschädlich machen. Eine überlastete Leber steht am Anfang vieler Krankheiten. Abgeschlagenheit, ein hoher Cholesterinspiegel, Fettunverträglichkeit, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder auch eine trockene, juckende Haut gehören zu den typischen Symptomen. Maria Treben etwa empfiehlt vorbeugend eine 14-tägige Kur mit Löwenzahnstängeln: Dafür soll man einfach jeden Tag fünf bis zehn Löwenzahnstängel knabbern. Sie schmecken angenehm und sind ähnlich knackig wie Chicoreeblätter.

  

Löwenzahn als Diuretikum und Diabetiker-Gemüse

Es ist kein Zufall, dass der Volksmund dem Löwenzahn den Beinamen „Bettpisser“ gegeben hat. Löwenzahn ist ein starkes Diuretikum. Durch seine harntreibende Wirkung hilft der Löwenzahn, den Blutdruck zu senken und die Niere zu entlasten. Dank seines außerordentlich hohen Kaliumgehaltes gleicht er den Verlust dieses Minerals, anders als andere harntreibende Mittel, gleich wieder gut aus.

Für Diabetiker empfiehlt sich der Genuss von Löwenzahn als natürliches Regulativ für den Blutzuckerspiegel. Besonders die Wurzel ist reich an Inulin, einer Zuckerverbindung, die hilft, den Blutzuckerspiegel auszugleichen. Inulin wird im Körper nicht zu Einfachzucker abgebaut und benötigt daher kein Insulin. Wer mit dem Blutzuckerspiegel Probleme hat oder bereits an Diabetes leidet, sollte täglich eine Tasse Löwenzahntee trinken oder Löwenzahnwurzelextrakt einnehmen, da der Löwenzahn auch hier ein bestehendes Ungleichgewicht wieder harmonisieren hilft.

 

Löwenzahn gegen Krebs

Löwenzahn ist ein potenter Krebsbekämpfer. Wissenschaftlichen Studien zufolge hat Löwenzahn Inhaltsstoffe, die das Wachstum von Krebszellen hemmen können, indem sie ihnen ein sog. Apoptose-Signal übermitteln. Die Apoptose ist ein natürliches Zelltod-Programm. Es sorgt dafür, dass entartete Zellen sich selbst zerstören, bevor sie den Organismus schädigen. In Studien mit Löwenzahnwurzelextrakt wurde nachgewiesen, dass die gesunden Zellen unangetastet bleiben. Sehr gute Erfolge konnte man bei Brustkrebs und Leukämie und insbesondere bei Prostata-Krebs feststellen.

 

Löwenzahn in der Küche

Als regelmäßig verzehrtes Lebensmittel schützt Löwenzahn nicht nur unsere Gesundheit. Als leckeres Wildgemüse kann er Löwenzahn_04vielfältig zubereitet unseren Speiseplan bereichern. Frische Löwenzahnblätter schmecken angenehm bitter, ähnlich wie der beliebte Rucola, Endiviensalat oder Chicoree. Wichtig ist, nur die zarten Blätter und diese möglichst vor der Blüte zu sammeln, sonst können sie wirklich sehr bitter sein. Sie können als Salat, Gemüse, Suppe, Smoothie, Frischpresssaft oder Tee genossen werden. Die süßlichen Blüten schmecken nicht nur Bienen. Aus ihnen lässt sich beispielsweise ein köstliches Gelee herstellen. Die Wurzeln lassen sich wie andere Wurzelgemüse zubereiten oder ergeben getrocknet einen sehr bekömmlichen Tee. Einen besonderen Genuss bereitet die Wurzel auch geröstet als Löwenzahn-Kaffee.

 

Rezepte und Tipps zum Sammeln und Kaufen folgen in Teil 2!

Die Wirkungen im Überblick:

Unterstützt die Funktion von Leber, Galle, Magen, Darm, Harnwege,
Nieren, Bauchspeicheldrüse.Als Naturheilmittel traditionell eingesetzt gegen Frühjahrsmüdigkeit und bei Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Hämorrhoiden, Hepatitis, Gicht,
Rheuma, trockener, schuppiger Haut, Akne, Diabetes und für das Auge und den Haarwuchs.
Regt durch verdauungs- und stoffwechselfördernde Bitterstoffe (Taraxacin, Taracein) den Gallenfluss an, unterstützt Fettstoffwechsel, wirkt appetitanregend, steigert Magensäurebildung, regt Speichelbildung an, wirkt diuretisch, entgiftend, blähungstreibend, entzündungshemmend, verbessert Hautelastizität, blutreinigend, desinfizierend, stimuliert Bauchspeicheldrüse, fördert die Bildung der „guten“ Bifidobakterien im Darm

 

Lesetipp/mehr zu Bitterstoffen:

http://ancenasan.de/hilfe-center/ratgeber/bitterkraeuter/

 

 

Warzen, Akne äußerlich: Warzen und entzündete Hautstellen mehrmals täglich mit dem Milchsaft (aus Blütenstängel, Blatt oder Wurzel) betupfen, bis sich die Warze aufgelöst hat (mind. 7 Tage)

 

Achtung: der Saft färbt die Haut gelb!

Krebs
(Brust- und Prostatakrebs, Leukämie)
antioxidativ, verursacht Apoptose (Zelltod der Krebszellen), ohne die gesunden Zellen zu schädigen

 

Lesetipp/Erfahrungsbericht eines Prostatakrebs-Patienten:

www.zentrum-der-gesundheit.de/loewenzahn-wurzel.html


100 g Löwenzahnblätter enthalten von der täglich empfohlenen Menge:

    9 % Ballaststoffe

19 % Pyridoxin (B 6)

58 % Vitamin C

338 % Vitamin A

649 % Vitamin K

39 % Eisen

19 % Kalzium

Weitere Inhaltsstoffe:

Kalium, Natrium, Cholin, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalzium, Biotin Vitamin E,
Inulin (präbiotischer Ballaststoff)

 

Ulrike David

Ulrike David

Fotografin, Redakteurin und zertifizierte ganzheitliche Ernährungstrainerin

2Comments
  1. Marie

    Hallo Ulrike, vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Die Bilder und Dein eBook sind der i-Punkt darauf. Ich selbst gehöre seit längeren zu jenen, für die Löwenzahn KEIN Unkraut ist. Meine Frage, die ich Dir als Fachkundige gern stellen möchte: Es ist wohl mehr als bekannt, dass Löwenzahn ganz gut bei Leberproblemen helfen kann. Neulich habe ich wiederholt gelesen, dass die Kombination mit Mariendistel die Wirkung noch erhöhen soll. Hast Du selbst schon davon gehört bzw. kannst Du das bestätigen oder davon abraten? LG Marie

    1. Nadia Beyer

      Liebe Marie,
      es freut uns sehr, dass der Beitrag über Löwenzahn Dir so gut gefallen hat und auf Wunsch von Ulrike beantworte ich Dir gerne diese Frage. Du hast Recht, dass Löwenzahn und Mariendistel sich hervorragend bei Leberproblemen eignen und eine Kombination mehrerer Heilpflanzen ihre Wirkung im Sinne eines Synergismus sogar verstärken kann. Auch ich empfehle in der Ernährungstherapie häufig Zubereitungen, in denen mehrere Heilpflanzen mit einander kombiniert werden, so z.B. sehr gerne eine Mischung aus 49 Kräutern namens Ancenasan herbal, die sich hervorragend bei Leber- und Verdauungsproblemen eignet, weil sie reich an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, allen voran an Bitterstoffen, ist. Allerdings enthält diese Mischung keine Mariendistel, weil die Wirkstoffe aus der Mariendistel in Wasser schlecht löslich sind, die Kräuterrezeptur aber in Wasser eingerührt verzehrt wird.

      Zu den genauen Synergismen zwischen Mariendistel und Löwenzahn ist mir leider keine Studie bekannt, auf die ich Dich verweisen kann. Viele Pflanzen-Synergismen werden derzeit noch erforscht, aber viele alte Heilrezepturen – seien sie aus der Traditionell Chinesischen Medizin, dem Ayurveda oder unserer europäischen Heilkunde – sprechen für die Existenz solcher verstärkenden Effekte der Pflanzen untereinander.

      Herzliche Grüße und Dir schöne Feier- und Festtage,
      Nadia Beyer
      Dipl.oec.troph

      P.S. Wenn Du Interesse an diesen und anderen interessanten Ernährungsbeiträgen hast, bist Du herzlich eingeladen, Dich unter http://www.carrotsandcoffeecollege für unseren Newsletter einzutragen. Über diesen versenden wir immer wieder auch Gratis-eBooks und weisen zudem auf die letzten Neuerscheinungen unseres Podcasts hin: Carrots and Coffee Radio .

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