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Ausbildungsbericht "Ernährungstherapie" Teil 4 | Reflux – es brennt!

Ausbildungsbericht "Ernährungstherapie" Teil 4 | Reflux – es brennt!

Stephannie Stewart Mai 28, 2015 2 4362

Ausbildungsbericht

Reflux! Hast du das schon mal gehört? Manch einer hat jetzt vielleicht eine Assoziation mit dem Flux-Kompensator aus dem 80er-Jahre-Evergreen „Zurück in die Zukunft“ – eine Erfindung, die das Reisen in die Zeit möglich macht. Aber ich muss euch enttäuschen, damit hat es leider nichts zu tun ;).

Reflux (lateinisch refluxus = Rückfluss) ist eine unschöne Sache und hinlänglich eher als Sodbrennen bekannt. Dieses fiese, brennende „Aufstoßen“, bei dem der Mageninhalt nebst Magensäure zurück in die Speiseröhre will. Uh ja, das klingt unschön (ist es auch, aber später dazu mehr)…

Image via Pinterest

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Leider wird das Thema ziemlich verharmlost und oft als kleine, lästige Sache deklariert. Wir kennen alle die Werbung, in denen der sauer aufstoßenden attraktiven Frau (oder alternativ dem gestressten Anzugträger) flugs – oder sollte ich sagen: flux ;)) – die kleinen, viereckige Tabletten gereicht werden. Mit einem milden und verständnisvollen „Hey- das-kennen-wir-doch-alle-Lächeln!“. Tatsächlich leiden übrigens mehr Männer als Frauen unter Sodbrennen.

Betroffen ist in jedem Fall der Mageneingang/Schließmuskel. Er sorgt dafür, dass die Nahrung aus der Speiseröhre in den Magen gelangt und es keinen Weg zurück gibt. Im Magen werden ja mithilfe der Magensäure Eiweiße verdaut. Dort gehört sie hin und macht ihren Job. Auch ohne medizinisches Hintergrundwissen kann man sich lebhaft vorstellen, was passiert, wenn die Säure zurück in die Speiseröhre fließt. Sie greift massiv die empfindlichen Schleimhäute an und darum ist dauerhaftes Sodbrennen ein ernstzunehmendes Problem.

Wie immer lautet die Frage: Wie kommt so etwas? Wer auf Zack ist, kombiniert schnell und messerscharf: Da kann ja wohl nur Überschuss an Magensäure vorliegen!

Oder?!

Ha – die interessanteste Erkenntnis des Ausbildungs-Wochenendes war tatsächlich, dass meist genau das Gegenteil der Fall ist.

Ja, richtig gelesen: Reflux tritt sehr oft auf, wenn zu wenig Magensäure vorhanden ist.

Klingt paradox, ist aber bei genauerem Hinsehen logisch: Wer eine schwache Verdauung hat (da ist es wieder!), hat oft das Problem, dass der Speisebrei zu lange im Magen verbleibt und eben nicht von der Magensäure in Angriff genommen werden kann. Dadurch bilden sich Bakterien, die im Magen nichts zu suchen haben (übrigens, diese Kandidaten lieben Süßes, Brot etc.). Es fängt an zu gären und der Speisebrei wird regelrecht hoch gedrückt. Außerdem wird durch den Magensäuremangel die Magenentleerung verzögert (Völlegefühl lässt grüßen) und leider wird anschließend auch noch obendrein die Abgabe von Bauchspeichel und Galle in den dahinter liegenden Zwölffingerdarm vermindert, weil der Säurereiz zur Abgabe fehlt. Das Resultat ist ein nicht angemessener Aufschluss des Verspeisten mit ungeliebten Blähungen & Co.

Stress weitet übrigens den Eingang zum Magen und Fett senkt den Muskeltonus des Schließmuskels (während Proteine ihn steigern).

Wer also viel Fett und Zucker ist UND unter Stress leidet, dürfte Sodbrennen gut kennen.

Okay, wie kann ich denn herausfinden, ob ich nun zu viel oder zu wenig Magensäure habe (das ist schließlich wichtig, weil sich danach ja die Behandlung orientiert)?

Das ist tatsächlich ganz easy getestet: Trink mal wahlweise 1 Messlöffel Bitterkräuter, die die Magensäurebildung anregen oder 1 EL naturtrüben (!) Apfelessig in einem Glas Wasser oder 1 Kapsel Betain HCL (inkl. Pepsin) vor dem Essen und beobachte, ob die Beschwerden nachlassen. Wenn das so ist, hast du zu wenig Magensäure. Eine weitere Methode ist, 1 TL Natriumbicarbonat in Wasser nüchtern vor dem Essen zu dir zu nehmen. Wenn du danach NICHT ordentlich rülpsen musst, ist das kein gutes Zeichen in Sachen Magensäure-Bilanz.

Und dann?

Davon abgesehen, dass es natürlich wieder absolut Sinn macht, an der Ernährungsschraube zu drehen (Zuckerkonsum einschränken, sich nicht überessen, Stress reduzieren! etc.), kann man mit der Einnahme von Bitterkräutern vor dem Essen und /oder Betain HCL (Verdauungsenzym) nachhelfen, die man kurmäßig einnimmt bis die Beschwerden nachlassen bzw. die Verdauung auch wieder beschwerdefrei funktioniert.

Es gibt also Hilfe, damit nur das brennt, was brennen soll: Das Verdauungsfeuer :).

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2Comments
  1. Ines Kröger

    Hallo,
    Ich habe den Beitrag heute gelesen und fand ihn absolut spannend, ich leide seit geraumer Zeit an stillen Reflux und habe oft Probleme mit Rachen Entzündung und Halsschmerzen,da die Pepsine hoch steigen bis in den Mund, Ernährung komplett umgestellt auf säurearm, kann ich ohne weiteres die Betaine ausprobieren, mein Arzt hat keine Ahnung. Was mir bei der letzten Blutuntersuchung aufgefallen ist, mein Eiweiß ist sehr niedrig, hat das damit zu tun.
    Ich weiß nicht ob das noch einer liest, aber egal.
    Gruß Ines

    1. Carrots & Coffee College
      Carrots & Coffee College

      Liebe Ines,

      Deine Magenproblematik kann sehr wohl mit Deinem niedrigen Eiweißspiegel zusammenhängen, sofern die Ursache ein Magensäuremangel ist oder Du zur Symptomlinderung Säureblocker einnimmst, die die Eiweißverdauung beeinträchtigen.

      Bevor Du bezüglich Deiner Probleme Betain-HCl ausprobierst, würde ich Dir empfehlen zunächst morgens vor dem Frühstück und bei Beschwerden auch mal nach einer Mahlzeit Bitterkräuter auszuprobieren. Dazu einfach einen Messlöffel pulverisierter Kräuter (www.ancenasan.de) in warmes Wasser anrühren und trinken. Wenn das Problem durch ein Zuwenig an Magensäure verursacht wird, sollten sich auch dadurch die Beschwerden schon bessern. Sollte das nicht ausreichen, wäre Betain-HCL einen Versuch wert. Sollten durch Bitterstoffe aber die Beschwerden schlechter werden, ist ein Magensäuremangel unwahrscheinlich. Hör Dir am besten dazu auch nochmal meine beiden Beiträge auf You Tube an, in denen es genau um dieses Thema geht und lad Dir gerne in der Videobeschreibung dazu das eBook gratis runter:

      https://www.youtube.com/watch?v=XcOy_tPYhtY&t=1s

      https://www.youtube.com/watch?v=J1yKWxc3x3k&t=1s

      Bei Problemen, wie Du sie beschreibst, ist generell sehr zu empfehlen, längere Zeit sehr basisch zu essen, d.h. viel Gemüse, Kaffee zu meiden, die Mahlzeiten möglichst fettarm zu gestalten (besonders kein erhitztes Fett) und früh am Abend zu essen (möglichst gegen 18-18:30 Uhr). Sehr gut helfen auch frisch gepresste Gemüsesäfte, allen voran aus Kohlrabi sowie grüne Smoothies aus z.B. Blattsalat, Petersilie, geschälter Gurke und etwas Birne oder Banane. Auch grüne Saftpulver können in diese mit eingerührt werden, wie z.B. Master Greens.

      Ich hoffe, das hilft Dir etwas weiter und ansonsten auch mal eine ganzheitliche Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Gute Ernährungstherapeuten, die auch aus der Ferne beraten, findest Du unter , https://www.carrotsandcoffeecollege.de/ernaehrungsberaternetzwerk/, so z.B. Regina Kröger (https://www.essconcept.de), die sich besonders auf Magen-Darm-Problematiken spezialisiert hat und auch mit verschiedenen ganzheitlichen Ärzten kooperiert.

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